Newslab: Hinter den Kulissen

Lorenzi Kommunikationsdesign – kleines Atelier mit langjähriger Erfahrung

Jacqueline Rüegg-Lorenzi ist vielen PolydesignerInnen3D als Betreuerin der Geschäftsstelle der Swiss Association Polydesign3D ein Begriff. Mit ihrem Atelier «Lorenzi Kommunikationsdesign» gestaltet sie jedoch seit rund 23 Jahren auch selber tatkräftig verschiedene Messestände, Events und bietet Beschriftungen sowie Schaufensterinszenierungen an. Letzteres macht sie für einige KundInnen bereits seit so vielen Jahren, dass ihr bei der Gestaltung ziemlich freie Hand gelassen wird. So auch beim Schuhgeschäft Rogenmoser: Deren Schaufensterfront verwandelte Jacqueline im letzten Herbst unter dem Motto «tropical-colonial-vintage» in einen kleinen Dschungel.

Die Lernenden von Modissa und Aroma lebten sich im Lockdown kreativ aus

Den Frühling 2020 werden wir so schnell nicht mehr vergessen: Auch die Polydesign3D-Branche war vom Corona-Lockdown stark beeinträchtigt. Aber obwohl diese Zeit für viele eine Zwangspause von ihrem Berufsalltag bedeutete, wurde nicht untätig herumgesessen. Besonders aktiv waren die Lernenden bei Aroma – sie kreierten ein «Quarantine Magazine» mit Fashion und Hair Trends, Rätselspass und Home Office-Tipps. Aber auch Modissa-Lernenden waren kreativ: Sie bemalten zuhause Stofftaschen mit Blumensujets, die eigentlich nur für das BIG-Schaufenster gedacht waren.

Rollende Piaggo Ape-Bar für unvergessliche Events:

Wie man ein dreirädriges Piaggo Ape-Gefährt in eine stylische Bar verzaubert? Cédric Facchin und Maja Langer der Thing Design GmbH haben sich diesem Experiment angenommen und dabei einige Nerven gebraucht und Schweissperlen vergossen. Vom kreativen Konzept, über die Kalkulation des Budgets, die Planung des Ausbaus bis hin zu den ganzen Formalitäten und Vorgaben seitens der Behörden – die beiden haben alles zu zweit gestemmt. Dabei durften sie aber glücklicherweise auf ein paar helfende Hände zählen. Dieses Herzensprojekt führte zu neuen Geschäftsbeziehungen, die sie bis heute pflegen.

 

Lernendenprojekt bei Aroma: Eine riesige Vagina sorgt in Apothekenschaufenstern für Aufsehen

Auf die Behandlung empfindlicher Vaginalschleimhaut hinweisen - das ist mal ein «sexy» Briefing. Die Apotheken zum Meierhof und am Kreuzplatz wünschten sich von Aroma ein Schaufenster, um auf Gleitmittel aufmerksam zu machen. Konkret von den Polydesign3D-Lernenden der Live Communications-Agentur, denn sie dürfen jeweils den Lead übernehmen, wenn es drei bis viermal im Jahr um die Gestaltung der beiden Apotheken-Schaufenster geht – und zwar von der Konzeption und der Produktion bis zur Montage vor Ort. Luisa Zieglmeier aus dem 4. Lehrjahr erzählt aus ihrer Perspektive als Leiterin des Projekts, wie sie die Kunden mit der vielschichten Vagina begeistern konnten.



 

„Projekt Customer Inspiration“ – der neue Auftritt von Pfister

Pfister hat mit dem Projekt «Customer Inspiration» ein neuartiges Ladenbau- und Visual Merchandising-Konzept entwickelt: Möbel und Wohnaccessoires werden nicht mehr nach Produktkategorien, sondern nach Themen inszeniert und das gesamte Sortiment wird neu in Stilwelten präsentiert. Auf die Kundinnen und Kunden wartet im Herzen der Filiale St. Gallen zudem eine Lobby, in der sie empfangen und umfassend beraten werden. Mit diesem ambitionierten Projekt sorgte Möbel Pfister sowohl bei den Kundinnen und Kunden als auch intern für helle Begeisterung.

 

Eveline Käshammer inszeniert eine Laufbahn - quer durch das Sportamt des Kantons Zürich


Gute Arbeit zahlt sich aus: 2014 durfte die selbstständige Polydesignerin3D Eveline Käshammer für das Sportamt des Kantons Zürich einzelne Bürobereiche neugestalten. Vor ein paar Monaten meldete sich der Kunde erneut mit einem Bürogestaltungsanliegen. Diesmal wünschte er die Inszenierung einer Sport-Laufbahn, die sich quer durchs Sportamt ziehen sollte. Von der Planung bis zur Realisation legte die Gestalterin selbst Hand an und das oft bis spät in die Nacht. Es galt diverse Abklärungen zu treffen und die richtigen Fragen zu stellen, schliesslich verlegt man nicht jeden Tag eine inszenierte Laufbahn.

 

Besuch im ÜK der Lernenden aus dem 2. Lehrjahr

Anfang Mai besuchten die Polydesign3D-Lernenden des 2. Lehrjahres ihren zweiten Überbetrieblichen Kurs (ÜK). Diesmal standen mehrere Themen im Fokus: Die Lernenden widmeten sich der Oberflächenbearbeitung und -veredelung, der Kunststoffbearbeitung, dem Bearbeiten von Textilien sowie dem Anwenden von Druck- und Beschriftungstechniken. Wir haben bei vier Lernenden nachgefragt, wieso der ÜK immer eine sehr lieb gewonnene Abwechslung zum Alltag darstellt und was diesmal den bleibendsten Eindruck hinterlassen hat.

 

Neues Vorstandsmitglied Leslie Kurmann:

Seit vergangenem Mai ergänzt Leslie Kurmann den P3D-Vorstand. Wir wollten von ihr wissen, weshalb es sie reizt Vorstandsmitglied zu sein, was ihre Ziele sind und wo sie die Herausforderungen im P3D-Beruf sieht. Mehr dazu im Interview.

 

Philipp Brunschwiler von Polydual: «Ideen entwickle ich im eigenen Dialog. In meinem Kopf sind ganz verschiedene Persönlichkeiten, die ständig miteinander reden»

Philipp Brunschwiler hat sich entschieden, als «kreativer Söldner» zu arbeiten und so Jedem sein Knowhow zugänglich zu machen. Der Branddesign-Manager und Inhaber von Polydual bietet seinen Kunden von der ersten Idee bis zur Umsetzung alles für den stilvollen Markenraum. Er pflegt ein Zusammenspiel zwischen Perfektion und Pragmatismus, Stil und Style sowie Kontrolle und Emotion. Durch diese vertikale Ausrichtung profitiert die Kundschaft vom Briefing bis zur Projektübergabe von seinem fundierten Wissen und seiner langjährigen Erfahrung.

 

MISS DECO – alles für ein schönes Fest – tutto per una bellissima festa

Im Jahr 2017 fanden Laura und Amanda in der Nähe von Bellinzona einen Ort, wo es ihnen sehr gut gelingt, ihre Ideen umzusetzen. Hier wurde MISS DECO geboren, denn die dreidimensionale Gestaltung ist ihre Leidenschaft.

Nel 2017 Laura e Amanda hanno trovato un locale a Bellinzona in cui poter mettere a frutto le loro idee: qui è nato MISS DECO. La decorazione è la loro anima.

 

Besuch im ÜK der Lernenden aus dem 1. Lehrjahr

Vom 11. bis 15. Februar besuchten die Polydesign3D-Lernenden des 1. Lehrjahres ihren ersten Überbetrieblichen Kurs (ÜK). Sie kamen aus der ganzen Deutschschweiz in die Berufsschule Lenzburg, wo sie sich in den Schreinerwerkstätten des Verbands Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) dem Thema Holz widmeten. Wie es wohl war, zum ersten Mal einen Holzhocker herzustellen und verschiedene Böden zu verlegen? Wir haben bei vier Lernenden nachgefragt.

 

PENGland – die kreative Agentur mit Knalleffekt

Am 15. März 2018 hat es PENG! gemacht: Die Eröffnung zum neuen 200 Quadratmeter grossen Kinderparadies «Purzelbaum» im Migros Zugerland in Steinhausen war wie ein Feuerwerk und liess Kinderaugen leuchten. Dazu scheuten die 20 Erlebnisarchitekten der Full-Service-Agentur PENGland keinen Aufwand und holten ihr Zielpublikum, die Kinder, schon früh als knallharte Kritiker ins Boot.

 

10 Tage in der nachhaltigen IKEA-WG wohnen

Für das Polydesign3D-Team von IKEA stand in diesem Jahr ein spezielles Projekt auf dem Programm: Die IKEA war zum ersten Mal an der Muba, der grössten und ältesten Publikumsmesse der Schweiz, vertreten. Das Highlight bildeten vier junge Mitbewohner, welche während zehn Tagen in der IKEA-WG zum Thema «Nachhaltigkeit» wohnhaft waren.

Fotos: David Hubacher, WITWINKEL GmbH

 

Claudia Böhm, neue Leiterin Visual Merchandising bei Manor, im Interview:

Seit Januar 2018 ist Claudia Böhm in ihrer neuen Funktion als Leiterin Visual Merchandising bei Manor tätig. Sie verrät im Interview, wie ihr Alltag aussieht, was die Arbeit bei Manor auszeichnet und was ihre Visionen für das VM-Team sind.

 

brogleworks: Mit Formensprache und kreativen Lösungen zum Endprodukt

brogleworks steht für Handwerkskunst: Die kleine GmbH mit der grossen Werkstatt ist bekannt für die herausragende Umsetzung von Konzepten aller Art. Zu einer ihrer erfolgreichen szenografischen Produktionen gehört der Kundenstand des Allianz Cinemas für das Atelier Lakrits. Inhaber Stefan Brogle verrät, wie sie den Zuschauerinnen und Zuschauern ein Feriengefühl vermittelt haben.

 

Noemi Rütti bildete sich weiter an der Schule für Gestaltung in Basel:

Sie erzählt uns warum. Anlässlich des Neustart des Bildungsganges im Januar 19 in Basel (Dipl. GestalterIn HF Kommunikationsdesign, Vertiefungsrichtung Visual Merchandising Design) veröffentlichen wir nochmals das Interview mit Noemi Rütti.

 

Polydesigner3D sind Allrounder im Profibereich

Miriam Vieli-Goll lebt ihren Kindheitstraum. Die Polydesignerin3D eröffnete bereits mit jungen Jahren ihre eigene Firma «visuelle kommunikation» und widmet sich täglich ihrer Leidenschaft, dem Gestaltungsbereich. Zu ihrem Portfolio gehört unter anderem die Migroszeitung, für deren Fotostylings sie oft verantwortlich ist, wie kürzlich bei einem Familienauto-Shooting. Mit ihrem Feingefühl sorgt sie für das perfekte visuelle Gesamtbild.

 

Interview mit Nicoletta Porceddu

Ich bin eine Macherin und das soll so bleiben
Ich will Bekanntes hinterfragen und Neues entdecken

Interview mit Nicoletta Porceddu (1974), Polydesignerin3D
An der Internationalen Handwerksmesse München, 8. März 2018

 

Lehrgang Polydesign3D verbindet Theorie mit Praxis

In der Deutschschweiz gibt es vier Gestaltungsschulen an verschiedenen Standorten. Ihre Lehrgänge sind sehr projektorientiert aufgebaut: Die angehenden Polydesigner3D lernen von der Planung bis zur Umsetzung den gesamten Prozess und werden bestens auf den Berufsalltag vorbereitet. So auch an der Schule für Gestaltung in St. Gallen, die jährlich ein GBS-Projekt mit den Lernenden umsetzen – wie kürzlich das Typo17 Symposium zum Thema «Resonanz».

 

Bei Expomobilia packen die Lernenden an:

Innerhalb von wenigen Wochen ein Grillfest für 40 Mitarbeitende zu organisieren, ist kein Kinderspiel. Die Lernende Fatima Runggaldier war erst seit zwei Monaten bei Expomobilia, als sie mit dieser herausfordernden Aufgabe konfrontiert wurde. Vom Konzept mit diversen Ideen bis zur Umsetzung – der Mitarbeiterevent wurde dank dem unermüdlichen Einsatz der jungen Frau und ihres Kollegen aus dem 4. Lehrjahr ein voller Erfolg.

 

Im Herbst weht ein warmer Wind durch die Micasa-Filialen

Was braucht es, um die gewünschte Stimmung auf einer Ausstellungsfläche sichtbar und spürbar zu machen? Welche Farbenkombination trifft ins Schwarze? Und durch welche Gestaltungselemente wird der gewünschte Ausdruck verstärkt? Das Polydesign3D-Team von Micasa stellt sich diese Fragen immer wieder. Für die Ausstellung «Autumn», die derzeit in den Filialen und im aktuellen Katalog präsentiert wird, wurde die Natur in die Wohnung geholt.

Atelier Reber: eine kleine Polydesign3D-Firma mit Durchsetzungskraft

Das P3D-Atelier Reber aus Wattwil inszeniert Schaufenster, Innenräume von verschiedenen Geschäften, Messebauten und Eventeinrichtungen. Ihr Arbeitsspektrum erstreckt sich von Computerberechnungen bis zum Handanlegen in der Spritzkabine. Für die Firma Kägi entwickelte das Team rund um Inhaber Res Reber ein portables, authentisches Riesen-Kägifret aus Styropor. In das Resultat möchte man am liebsten reinbeissen.

Herren Globus bietet ein neuartiges Einkaufserlebnis

Seit dem Umbau erwartet die Kunden im Zürcher Herren Globus-Flagship Store an der Löwenstrasse ein einzigartiges Shopping-Erlebnis auf drei grosszügigen Stockwerken. Dem stilbewussten Gentleman wird eine Palette an Service Leistungen geboten, wie etwa ein Barber Shop, eine Massabteilung und ein professioneller Schuhputz-Service. Das moderne Interieur besticht durch maskuline Farbtöne und eine «raw chicness». Zudem laden gemütliche Vintage-Fauteuils und die begrünte Innenhof-Lounge zum Verweilen ein.

Interview mit Leslie Kurmann zur Euroshop-Messe in Düsseldorf

Vom 5. bis 9. März war der Verband P3D mit einem Stand an der 50. Euroshop-Messe in Düsseldorf vertreten. Vor Ort wurde die neue P3D-Lern-App präsentiert. Leslie Kurmann, Visual Managerin bei Manor, die ebenfalls vor Ort war, berichtet im Interview über die Highlights und ihren persönlichen Liebling.

Atelier Kunz und Tellenbach

Beschriftungen, Grafikdesign, Digitaldruck, Architektur und Messebau prägen das Portfolio von Kunz + Tellenbach. Im vergangenen Januar war das Berner Atelier für das Design des Messestandes der Max Felchlin AG an der 33. Schweizer Fachmesse für Bäckerei-, Konditorei- und Confiseriebedarf (FBK) verantwortlich. Zum Thema „Alpenchic“ kreierten die Polydesigner3D einen aussergewöhnlichen Stand mit Heuballen-Optik und Alpenchic-Interior

Manor Bachenbülach

Ende September hat in Bachenbülach ein neues Manor Warenhaus seine Türen geöffnet. Es wurde nach einem brandneuen Konzept eingerichtet, das in Zusammenarbeit mit einer Pariser Agentur entwickelt wurde. Die Visual Managerin Leslie Kurmann erklärt, weshalb das neue Haus mit seiner innovativen Verkaufsflächengestaltung einen neuen Standard für die Manor Gruppe darstellt.

Atelier DeKo2

Das Aargauer Atelier DeKo2 feiert 2017 sein 20-jähriges Jubiläum. Das hochmotivierte Frauenteam schaut auf eine intensive und herausfordernde Zeit, mit vielen einzigartigen Erfahrungen zurück. Polydesign3D bedeutet für Christa Pfister und ihre Mitarbeiterinnen zu gestalten, bearbeiten und umzusetzen, was im Kopf entsteht. Die unendlich grosse Freiheit, immer wieder neu kreativ gefordert zu sein, zeichnet ihren Alltag aus.

Interview mit Christian Weber

Der ausgebildete Dekorationsgestalter arbeitet selbständig an eigenen Aufträgen sowie als freier Mitarbeiter für diverse Firmen aus Film, Foto, Theater, Szenografie und Ausstellungsgestaltung. Dabei ist er mehrheitlich im Bereich Ausstattung und Requisite für Film- und Fernsehproduktionen tätig. In der bekannten Schweizer Krimiserie „Der Bestatter“ hat Christian Weber als Aussenrequisiteur im Ausstattungsteam mitgearbeitet.

Karin Kammerlander auf dem heissen Stuhl

Die Initiatorin der neuen Lern-App Polydesign3D berichtet über ihre Beweggründe für die Entwicklung der App, die voraussichtlich gegen Ende August verfügbar ist. 

Neuerdings Eventdesign

“We create, we design, we can” – so lautet der Slogan von Neuerdings Eventdesign. Das fünfköpfige Team entwickelt gemeinsam verschiedenste Events – vom Konzept bis zur Umsetzung nehmen sie alles in Angriff. 

Ikea Spreitenbach

Die neue Frühjahrskollektion „TILLFÄLLE“ von IKEA vereint kräftige Muster und bunte Farben mit skandinavischem Minimalismus. 

Lorenzi Kommunikationsdesign – kleines Atelier mit langjähriger Erfahrung

Jacqueline Rüegg-Lorenzi ist vielen PolydesignerInnen3D als Betreuerin der Geschäftsstelle der Swiss Association Polydesign3D ein Begriff. Mit ihrem Atelier «Lorenzi Kommunikationsdesign» gestaltet sie jedoch seit rund 23 Jahren auch selber tatkräftig verschiedene Messestände, Events und bietet Beschriftungen sowie Schaufensterinszenierungen an. Letzteres macht sie für einige KundInnen bereits seit so vielen Jahren, dass ihr bei der Gestaltung ziemlich freie Hand gelassen wird. So auch beim Schuhgeschäft Rogenmoser: Deren Schaufensterfront verwandelte Jacqueline im letzten Herbst unter dem Motto «tropical-colonial-vintage» in einen kleinen Dschungel.

Jacqueline Rüegg-Lorenzi übt ihren Beruf als Polydesigner3D mit Leidenschaft aus – und das schon seit sie in den Achtzigerjahren die Lehre zur Dekorationsgestalterin absolvierte. 1997 gründete sie ihr Atelier «Lorenzi Kommunikationsdesign» und zauberte seither so manche kreativen Messestände, Beschriftungen mit ihrem eigenen Schneideplotter oder Schaufensterinszenierungen. So gehörte die gebürtige Zürcherin 2008 zu den ersten, die Wandtattoos, und zwar auch grossflächige, im Angebot hatte. 2010 übernahm Jacqueline die Arbeit auf der Geschäftsstelle der Swiss Association Polydesign3D, an der sie immer mehr Gefallen fand, wie sie selbst erklärt: «Mit den Jahren kamen stets mehr Verbandsprojekte dazu und die Arbeit bereitet mir grosse Freude. Deshalb fokussiere ich mich mit meinem Atelier heute vorwiegend auf Schaufenster und Beschriftungen und bin manchmal noch als Freelancerin für andere Betriebe im Einsatz.»

 

Das Mockup des Herbst-Schaufensters 2019: Die Schuhe sind nur Platzhalter. Dazu die Skizze aus dem Grafikprogramm.

Lorenzi Kommunikationsdesign – ein kleiner Einfraubetrieb

Jacqueline Rüegg-Lorenzi legt in ihrem Atelier meist noch tatkräftig Hand an und zaubert stets individuelle Kreationen: Es wird gesägt, gebohrt, gestrichen, geklebt, bostitcht oder schabloniert. Die Wahl-St. Gallerin bietet alle P3D-Schwerpunkte an – sie arbeitet aber immer eher mit kleineren Handmaschinen. Für ihre KundInnen kreiert sie mindestens elf Mal jährlich neue Schaufensterideen. Meist fertigt sie kleine Handskizzen an - manchmal mit Moodboards, seltener als Modell. Oft reicht aber eine massstäbliche Zeichnung mit dem 2D- bzw. 3D-Grafikprogramm aus. «Meine Kunden habe ich teils schon so lange, dass sie mir relativ freie Hand lassen. Wichtige Anlässe wie Firmenjubiläen, neue Brands, etc. bespreche ich vorab und sie zeigen mir  in welche Richtung ihre Einkaufs-Trends gehen, aber für die Kreation und Realisation vertrauen sie mir dann vollends», erzählt Jacqueline stolz. Auch das Styling in den Schaufenstern macht sie selber - ein kleiner Einfraubetrieb halt.

Ein Herbstmotto, das sich von den vorhergehenden Farben abhebt

Zu ihren treusten KundInnen gehört die Familie Rogenmoser in Oberägeri, welche die Schaufenster ihres Schuhgeschäfts seit über 20 Jahren von Jacqueline gestalten lässt. So auch vor etwas weniger als einem Jahr, als die Vorgabe lediglich «Herbst» lautete. Jacqueline war es wichtig, einen Kontrast zum vorhergehenden Schaufenster zu schaffen: Im letzten Sommer war das Thema „Kakteen, Glutrot, Wüstensand“ und anschliessend kreierte sie als Zwischenfenster die „Blaue Stunde“. Das Herbstmotto sollte sich von den Vorfenstern abheben, etwas Neues sein und den Herbst emotional darstellen. Und wie immer nach einem Schaufensterwechsel war es natürlich das Ziel, die Kunden zu animieren, neue Schuhe zu kaufen. Zentral ist es für die Polydesignerin3D, bei der Gestaltung Trends einzubringen, die jedoch zum ganzen Sortiment passen. Nur auf einzelne Produkte einzugehen, ist keine Option. Da es jedoch einige vintageartige-Schuhe neu im Sortiment hatte, entschied sich Jacqueline für das Motto « tropical-colonial-vintage».

Bei jeder Neuinszenierung sind neue Schuhe im Sortiment

Die Schaufenster im Schuhladen Rogenmoser werden von der Kundin immer so vorausgeplant, dass neue Schuhe eintreffen, bevor Jacqueline den Fensterwechsel vornimmt. Entsprechend sind bei Neuinszenierungen auch immer ganz neue Schuhe zu sehen – teils solche, die es manchmal nur noch an drei weiteren Orten in der Schweiz gibt oder die speziell für den Schuhladen Rogenmoser angefertigt wurden. In Kombination mit jedem Neustyling wird so auch der Verkauf angekurbelt. Die Idee zum neuen Schaufenstermotto entstand zuerst im Hinterkopf und dann ist es zentral, dass die Kreative genug früh recherchiert, was für das vorgegebene Budget realisierbar ist. «Meist mache ich vorab im Atelier ein kleines Mockup – manchmal auch nur auf einen Meter Grösse, um das Gefühl für die Kombinationen zu bekommen und allenfalls noch Ergänzungen vorzunehmen oder etwas wegzulassen.

 

Kunstfarne fürs Tropical-Feeling

Für das Herbst-Schaufenster 2019 setzte Jacqueline diesmal nur die Kreation und das Styling um, da sie von verschiedenen Quellen Inszenierungs-Hilfen eingekauft und mit Gegenständen aus ihrem Atelier ergänzen konnte. Miteinander kombiniert erzielte sie so den gewünschten Effekt: «Die Warenträger aus der Dekorationsauflösung des Herrenglobus passten bestens zu den hängenden Warenträgern, die den Raum cool ausnutzten und so mehr Ausstellungsfläche boten», erzählt Jacqueline rückblickend. Um das Tropical-Feeling zu erreichen, ergänzte sie mit vielen grünen Pflanzen. Diese hängte die Polydesignerin3D vorab im Atelier an Holzleisten, welche vor Ort im Schaufenster an der Decke befestigt werden konnten. Als Hintergrund platzierte sie textile Drucke mit Gewächshaus-Sujets und rostigen Akzenten.


Die grösste Herausforderung ist die Budgeteinhaltung

Das Herbst-Schaufenster zum Motto «tropical-colonial-vintage» war bereits das 153. Schaufenster für die Rogenmosers. Jacqueline kennt also sowohl die Kundin wie auch die Umgebung bestens und begeistert mit ihren Kreationen seit Jahrzehnten. Die grösste Herausforderung ist für sie jedoch stets die Budgeteinhaltung: «Die meisten Gegenstände vermiete ich und kann sie somit nochmals einsetzen, upcyclen oder weiterverkaufen.»


Und was ist für die erfahrene Polydesignerin3D der schönste Aufsteller?

Jacqueline strahlt: «Glücklich bin ich immer, wenn ich eine Idee auch wirklich so wie angedacht umsetzen kann und wenn am Ende auch die Auftraggeberin glücklich ist, ohne vorab viel vom Endprodukt zu kennen. Manchmal zeigen mir deren KundInnen zudem ihre Freude am Schaufenster, wenn ich noch mitten an der Aufbauarbeit bin. Wenn die Fenster die Schuhe zu Stars werden lassen und bereits am nächsten Tag viele PassantInnen in den Laden kommen, bin ich mit meiner Arbeit zufrieden.»

 

Schablonieren in Gross, für ein "Zwischen-Schaufenster" 2019 kreierte und realisierte Jacqueline zum Motto «Blaue Stunde»

Unikat-Schaufenster, die es nur bei Jacquelines Kunden gibt

An ihrem Beruf mag Jacqueline Rüegg-Lorenzi insbesondere, dass sie noch ziemlich individuelle Handwerkskünste erstellen kann. Beim vorhergehenden Schaufenster «Blaue Stunde» wiederholten sich die Muster der Kissen auf den Hintergrundstoffen. Dazu erstellte sie grosse Schablonen und stupfte die Sujets mit Farbe auf die Stoffe. Diese Schaufenster sind entsprechend Unikate und wirklich nur bei Jacquelines Kunden zu sehen.

Ihre Tagesabläufe sind sehr unterschiedlich, wie Jacqueline berichtet: «Mal bin ich den Tag in den Schaufenstern, mal eher sitzend am Entwerfen. Unterwegs habe ich immer offene Augen für neue Farbkombinationen, Zeitstile und Materialien und ich liebe es, herumzutüfteln, auszuprobieren, zu werkeln und zu realisieren. Kein Tag ist wie der andere, was ja auch das Schöne ist an unserem Beruf.»